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Elbe-Radweg 2005
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Elbe-Radweg Cuxhaven-Dresden

  

12.7.-19.7.2005  (800 km)

 Am 12.7. habe ich mich mit dem Auto nach Cuxhaven bringen lassen. Deshalb, weil ich wenige Tage vorher  eine Radtour von Großefehn nach Cuxhaven und zurück gemacht habe. Bei dieser Gelegenheit ist der Entschluss zur Elbe Radtour geboren.

Hier eine kleine Dia-Show dieser Radtour bei YouTube

Gleich am Anfang ein kurzer Bericht zum Zustand des Elbe-Radweges.  Link zum Elbe-Radweg                    

Im Juli 2005 war die Befahrbarkeit ist überwiegend gut bis sehr gut. Fast keine stark befahrene Autostraßen. Häufig landwirtschaftliche Zuwege. Deshalb auch familienfreundlich.Teilweise schlecht beschilderte Umleitungen wegen Ausbau des Radweges. Die neu ausgebauten Strecken sind zwar kurz, aber erstklassig und dann nimmt man die Mühe des Umfahrens  für neue Radwege gerne in Kauf. Die Beschilderung ist teilweise sehr gut, anderseits aber auch streckenweise schlecht und irgendwie nachlässig gepflegt.bis Magdeburg gefahren. Der Radweg ist in einem perfekten Zustand. Alles was ich 2005 bemeckert habe, ist jetzt ohne Beanstandung.

Besonders fiel mir auf, das sich das Bild des Radweges von Bundesland zu Bundesland unterscheidet. Bei der Beschilderung sind für mich Hamburg und Sachsen die Schlusslichter. Nicht alle Bundesländer haben den wirtschaftlichen Nutzen durch die immer größere Zahl der Touren-Radfahrer erkannt. Einige Leute, die an der Strecke wohnen, haben das erkannt und versuchen auf guter Service-Basis Geld zu verdienen. Richtig so !!!!.  Andere, auch in den neuen Bundesländern, meinen aber , dass man mit ein paar Pappwänden, ein bisschen Farbe und einer Bratwurst das große Geld verdienen kann. Falsch !!!! An solchen lieblos hingeklaschten Buden bin ich grundsätzlich vorbei gefahren.

1. Tag         Cuxhaven-Grünendeich

Die Strecke auf dem gut ausgeschilderten Elbe-Radweg verläuft fast immer direkt an der Elbe. Das auch andere regionale Radtouren dem Streckenverlauf folgen, ist nur am Anfang etwas verwirrend. Selbstverständlich fahre ich überwiegend nach Karte. Die Landschaft ist für mich nicht unbedingt neu, da es in Ostfriesland in Küstennähe ähnlich ist. Die erste größere Stadt war Stade. Ich kenne Stade aus den 60er Jahren und habe mich über die positiven Veränderungen sehr gefreut. Es ist eine schöne Stadt. In Grünendeich/Steinkirchen auf dem Campingplatz ging dann der erste Tag zu Ende. Ziemlich geschafft durch die Hitze konnte ich nachts hervorragend schlafen.

        

2. Tag         Grünendeich - Neu Darchau

Die Weiterfahrt ging durch das wunderschöne "Alte Land" über Jork, an Finkenwerder vorbei nach Hamburg. Hier habe ich von der Beschilderung "Elbe-Radweg" nichts mehr gesehen. Aber ich hatte ja die Karte. Schön wurde es erst nach Hamburg in Neuland an der Süderelbe. Hier  geht es wieder direkt an der Elbe entlang über Fünfhausen (hallo Mario) nach Zollenspieker.  Mittagspause. Dann weiter über Drage, Marschacht, Tespe, vorbei am AKW Krümmel nach Lauenburg. Da ich Lauenburg gut kenne, wollte ich auf dem hiesigen Campingplatz übernachten, aber es war noch zu früh. Was soll ich schon um 16:00 Uhr auf dem Campingplatz ? Also weiter Richtung Bleckede auf der gleichen Elbseite. Wunderbar ausgebaute Rad-bzw. landwirtschaftliche Wege machten die Fahrt zum Vergnügen. Allerdings hatte man den hohen Deich meistens zwischen Radweg und Elbe, man konnte den Fluss nur selten sehen. In Bleckede habe ich mich erkundigt, wo der nächste Campingplatz ist. In Neu-Darchau wäre ein besonders schöner Platz, wurde mir gesagt. Allerdings war Fahrt dorthin anstrengend, da es einige Steigungen gab. Aber es hat sich gelohnt, der Platz war sehr gut und das Personal freundlich.

   

3. Tag         Neu-Darchau - Wittenberge

In Neu-Darchau habe ich erst mal die Elbseite gewechselt. Ich wollte mir das hohe Elbufer (Die Klötzie) mit den anstrengenden Steigungen doch lieber von der anderen (flachen) Seite anschauen. Dafür habe ich aber den Elb-Radweg drüben irgendwie verloren und bin dann über einen Knüppeldamm in Pommau wieder auf den richtigen Weg gekommen. Nichts ist schlimmer, als mit dem Fahrrad und Gepäck über solche "Wildpflasterungen" zu fahren. Dann ging es aber sehr angenehm weiter über Bitter, Wehningen nach Rüterberg.

Dort verblüffte mich ein Platz mit einem DDR-Grenzzaun und dem Schild "Dorfrepublik" Rüterberg". Das Dorf war während der DDR-Zeit von beiden !!!! Seiten abgeriegelt worden. Die Bewohner   durften auch nicht in die DDR einreisen, in den Westen ja sowieso nicht.  Bitte den Link anklicken. Dann war es nicht mehr weit bis Dömitz mit den Ruinen der alten Eisenbahnbrücke, die früher über die Elbe nach Niedersachsen reichte. Weiter über einen guten Radweg (Ausnahme =siehe Bericht am Anfang) an der Elbe entlang, nach Klein Wootz, Cumlosen und dann nach Wittenberge. Weil es dort keinen Campingplatz gibt, habe ich mich in ein kleines Hotel, direkt am Hafen, einquartiert. Der Besitzer war anfangs etwas mürrisch, aber das gab sich schnell. Ganz besonders möchte ich hervorheben, das Frühstück war erste Klasse, das hat aber seine Frau gemacht. Zur Stadt Wittenberge möchte ich wenig sagen, nur so viel: Ich dachte, ich wäre noch in der Original-DDR. Ich hoffe, die Bürger der Stadt nehmen mir das nicht übel.

     

         

4. Tag           Wittenberge - Bertingen/Nähe Rogätz

Von Wittenberge ging die Fahrt zum Storchendorf Rühstädt. Mehr Information auf dem  Link. Weiter zum Havel-Sperrwerk. Von dort nach Havelberg. Von Havelberg nach Sandau bin ich ausnahmsweise mal auf der  Bundesstraße gefahren. In Sandau dann mit der Fähre auf die andere Elbseite. . Weiter über Büttnershof nach Arneburg. An diesem Tag war die Hitze so stark, dass man mit Gewitter rechnen musste. Auf der Strecke Arneburg - Tangermünde bei Dalchau hat es mich dann auch erwischt. Aber das ist kein Problem wenn man die richtige Kleidung hat. In Tangermünde war erst mal Pause . Die Hitze war stark, ich habe täglich ca. 4,5 ltr. getrunken. Hinter Tangermünde hatte man einen schönen Ausblick auf Jerichow. In Tangermünde habe ich mich nach einem Campingplatz erkundigt. Über Buch, Ringfurth, Kehnert nach Bertingen. Der Campingplatz in Bertingen ist erwähnenswert. Der ganze Platz ist wie ein Indianerdorf gestaltet, und der Besitzer ist ein Häuptling in vollen Federschmuck. Die anwesenden Kinder hatten bestimmt viel Spaß. Die Squaw hat mir eine schmackhaftes Abendessen und am nächsten Tag ein sehr gutes Frühstück gemacht. Richtig gemütlich war es dort.

           

5. Tag          Bertingen - Coswig/Anhalt

Auf dem Campingplatz in Bertingen hat mir ein Einheimischer erzählt, dass die Fahrt über Magdeburg wegen großer Baustellen nicht optimal wäre. Also habe ich beschlossen, den Elberadweg zu verlassen und Magdeburg zu umgehen. Wie mir Dagmar und Chris, (natürlich habe ich sie wieder getroffen) die durch Magdeburg gefahren sind, später erzählten, war die Entscheidung zumindest nicht falsch. Also bin ich auf die andere Elbseite gewechselt und über Burg, Stegelitz, Möckern, Gommern, Plötzky wieder auf den Elberadweg getroffen. Von dort über Tochheim, Steckby, Steutz, Fähre Aken nach Dessau. In Dessau habe ich mir das Rathaus angeschaut und mir von einem netten Dessauer erklären lassen, wie hoch das Elbehochwasser gestanden hat. Von Dessau über Wörlitz nach Coswig/Anhalt auf der anderen Elbseite. Dort habe ich auf einen schönen Wald-Campingplatz am Rande des Fläming übernachtet.

          

6. Tag          Coswig/Anhalt - Strehla

Auf diesen Tag habe ich mich besonders gefreut. Zum ersten Mal sehe ich die  Lutherstadt Wittenberg. Für diese geschichtsträchtige Stadt wollte ich mir auch ein wenig Zeit nehmen. Von Coswig/Anhalt bis nach Wittenberg ist es auch nicht weit. Nun stehe ich vor der Stadtkirche und schaue auf die berühmte Thesentür. Dieser Martin Luther hat durch seine Kritik an den Praktiken der katholischen Kirche die Welt verändert. Ich bin zwar nicht religiös, aber beeindruckt hat mich dieser Moment schon. Das Fahrrad schiebend, habe ich mir das Rathaus mit dem Lutherdenkmal und das Melanchthonhaus angesehen. Eine Führung durch das Lutherhaus habe ich auch gemacht. Diese Stadt werde ich noch mal besuchen und mir dann noch mehr Zeit nehmen.

Weiter ging es dann nach Elster/Elbe, dann musste die Schwarze Elster überquert werden, um dann über Klöden an die Elbfähre nach Pretzsch zu kommen. Weiter nach Dommitzsch. Bald war ich dann in Torgau. Diese Stadt habe ich nur von der Elbe aus gesehen, weil überall die Straßen aufgerissen und fast unzugänglich waren. Das wollte ich mir mit meinem Fahrrad nicht antun. Also fahre ich nach einer Pause weiter über Belgern nach Strehla. Dort habe ich auf dem hiesigen Campingplatz übernachtet. Zum Abendessen bin ich in ein Restaurant in der Nähe eingekehrt und habe mir  von der Inhaberin über die Sorgen in Ostdeutschland berichten lassen. Das hörte sich nicht gut an.

                               

7. Tag         Strehla - Dresden

Heute werde ich Dresden erreichen. In Strehla habe ich wieder die Elbseite gewechselt und bin über Zschepa und Münchritz an Riesa vorbeigefahren. Die Flusslandschaft begann sich zu verändern. Berge tauchten links und rechts der Elbe auf. Besonders schön wurde es, als ich die Elbkurve von Diesbar erreichte. Die ersten Weinberge tauchten auf. Ein sehr schönes Bild. Dort habe ich mir in einem Gartenlokal einen hiesigen Weißwein gegönnt. War gut, aber der Preis !!!!!!. Aber ich konnte doch nicht an den Lokalen vorbeifahren, ohne den Wein zu probieren. Von Diesbar war es nicht mehr weit bis Meißen. Der Anblick der Stadt vom anderen Elbufer war einmalig. Ich habe es auch bei dem Anblick gelassen, weil Elke und ich bereits schon vor Jahren die Stadt erkundet hatten. Natürlich waren wir damals auch in der berühmten Porzellan-Manufaktur.

Weiter ging die Fahrt über Radebeul nach Dresden. Ich war am Ziel. Nach dem Wechsel der Elbseite habe ich mir in dem Dresdener Vorort Briesnitz eine Pension gesucht. Der Hinweis auf die "radfahrfreundliche" Pension "Alt-Briesnitz" bekam ich durch ein Hinweisschild am Radweg. Diese Hinweisschilder, meist mit der Bezeichnung "Bed & Bike", haben mich fast die ganze Tour begleitet.

Da ich schon gegen Mittag in der Pension eingetroffen bin, habe ich dann nachmittags eine Dresden-Rundfahrt mit dem Fahrrad (ohne Gepäck) gemacht. Ich habe mir die berühmte Dresdener Altstadt mit all ihren Attraktionen, zumindest von außen, angeschaut. Es war allerdings an diesem Tag extrem heiß, was meine Aktivität stark einschränkte. Dann bin ich zum Hauptbahnhof gefahren, um mir die Bahnkarte für den nächsten Tag nach Hause zu kaufen. Den Rest des Tages habe ich mich in Dresden herumgetrieben.

    

                  

8. Tag        Dresden - Ostfriesland

Morgens um 7:30 Uhr war ich schon in der Dresdener Innenstadt, obwohl der Zug erst gegen 11:30 Uhr abfahren sollte. Aber es war eine gute Entscheidung, schon so früh in der Stadt zu sein. Es war interessant zu beobachten, wie sich die Stadt langsam mit Leben füllte. Mir ist die Wartezeit nicht lang geworden. Die Zugverbindung war optimal, erst nach Leipzig und dann umsteigen in den IC nach Norddeich-Mole (Ostfriesland !!). Auch der Transport des Fahrrades war kein Problem, ich hätte fast in den Waggon hineinfahren können. Einstiegshöhe und Bahnsteighöhe waren identisch.

 

Am späten Nachmittag war ich dann wieder zu Hause. Es war eine sehr schöne Tour, kann ich nur jedem empfehlen.

Für alle meine Fotos auf dieser Website: © Uwe Steen/usteen

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