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Portugal-Azoren 2012
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São Miguel/Azoren Portugal

Die grüne Vulkan-Insel im Atlantik

19.9. - 26.9.2012

         

Dieses Mal haben wir uns ein Urlaubsziel ausgesucht, das noch nicht vom Tourismus überlaufen ist. Sao Miguel ist auch keine Badeinsel, sondern eignet sich eher zum Wandern und Entdecken. Das haben wir auch gemacht.

Die Azoren liegen auf 36° 43' bis 39° 56' N und 24° 46' bis 31° 16' W und umfassen eine Grundfläche von 2330 Quadratkilometern. Sie sind Teil des Mittelatlantischen Rückens und liegen auf der Plattengrenze zwischen der Europäischen Platte und der Afrikanischen Platte und sind ausschließlich vulkanisch geprägt.

Gleich beim Abflug in Düsseldorf erklärte uns der Kapitän, dass im Bereich der Azoren ein Wirbelsturm aus der Karibik aufzieht. Er wisse noch nicht, ob er überhaupt in Ponta Delgada landen kann. Wenn keine Landung möglich ist, will er nach Madeira ausweichen. Das fängt ja gut an....Aber der Sturm bewegte sich langsamer als angenommen und deshalb konnten wir in Ponta Delgada landen. Allerdings kam der Wirbelsturm mit feuchter, warmer Luft am nächsten Tag und Nacht doch noch an. Das hat natürlich in den ersten drei Tage das Wetter stark beeinflusst und wir hatten relativ viel Regen und starken Wind. Aber es wurde besser!!

Zuerst haben wir uns die Stadt Ponta Delgada angeschaut und unseren voher bestellten Mietwagen abgeholt. Die Stadt ist sehr schön und ausgesprochen sauber, wie übrigens die ganze Insel. Überall waren Menschen dabei, die Büsche, Bäume und Rasenflächen zu bearbeiten.

 Eine kleine Fotoshow auf YouTube

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Hier einige Fotos von Ponta Delgada.

     

     

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Unser erstes Ausflugsziel ging in den Nordwesten der Insel, nach Mosteiros. Dort haben wir auch gebadet und ein wenig geschnorchelt. Die hohen Wellen des Atlantiks gestattete uns aber nur einen Aufenthalt an flachen, geschützten Stellen.

     

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Der nächste Ausflug ging wieder in den Nordwesten. Dort liegt der Ort Sete Cidades mit den beiden Kraterseen Lagoa Verde (Grüner See) und Lagoa Azul (Blauer See). Die unterschiedlichen Farben der Seen konnten wir nicht sehen, weil dazu Sonnenschein und ein bestimmter Blickwinkel nötig ist. Aber herrlich anzuschauen sind sie auch so. Vom Aussichtspunkt Visto do Rei hat man einen wunderbaren Blick auf den Ort und die Seen. Von Visto do Rei haben wir eine Kraterrandwanderung gemacht. Ein Wanderweg, eingerahmt von Hortensien, eine Seite der Krater und auf der anderen Seite der Atlantik. Einfach wunderbar.

     

     

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Ein Höhepunkt ist die Fahrt zum Vulkansee Lagoa do Fogo (Feuersee). Allein die Fahrt bis zum Kraterrand ist beeindruckend. Immer wieder konnte man einen umwerfenden Blick auf den Atlantik und die Küstenorte genießen. Als Fahrer musste ich mich aber voll auf die kurvenreiche, steile Straße konzentrieren. Aber es gibt, wie überall auf der Insel, genügend Aussichtspunkte. Oben, am Kraterrand, blies ein außerordentlicher starker Sturm, aber das waren wohl noch Wirbelsturmausläufer.

     

Auf dem Rückweg vom See in Richtung Ribeira Grande haben wir die heißen Quellen von Caldeira Velha besucht. Sogar gebadet haben wir im warmen Wasser unter einem romantischen kleinen Wasserfall. Temperatur: wie unter der Dusche.

     

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Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Lagoa das Furnas und den heißen Schwefelquellen (Caldeiras) am Rande des Sees. Wie alle Seen der Insel, liegt auch der Lagoa das Furnas in einem alten Vulkankrater. Im Furnastal gibt es noch einige vulkanische Quellen, wo das kochende Wasser mit Dampf und Schwefelgeruch aus dem Erdinneren an die Oberfläche kommt. In den "Maulwurfshügeln" (Bild 3) wird eine Spezialität (Cosido) des Tales gekocht. Die Leute senken den Kochbehälter mit Rind-Schweine-Wurst- Hühnchen und Gemüse morgens in die heiße Erde und decken sie ab. Abends wird dann ausgegraben und serviert. Weil wir nicht vorbestellt hatten, konnten wir es leider nicht probieren.

   

     

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Nach unseren Ausflügen sind wir mehrmals zum Schwimmen nach Calhetas im Norden der Insel gefahren. Dort konnten wir über eine Treppe bis zum Wasser/Strand absteigen. Der Strände und das Flachwasser bestehen auf Sao Miguel , bis auf wenige Ausnahmen, aus Vulkangestein und sind ohne Badeschuhe kaum zu betreten. Die relativ wenigen Badeplätze der Insel sind gut ausgebaut und mit Parkplätzen (kostenlos!!) versehen. Jetzt, in der Nachsaison, waren so gut wie keine anderen Badegäste da. Wie auch in Mosteiros war das Baden wegen der hohen Wellen nur im geschützten Flachwasser möglich. Spaß gemacht hat es trotzdem.

     

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Am letzten Tag wollten wir bei schönem Wetter mit dem Schiff raus fahren und Wale und Delfine beobachten. Obwohl die Besatzung mit Fernglas und Handy bewaffnet Ausschau hielten, haben wir leider keine Meeressäuger zu Gesicht bekommen. Aber unsere Enttäuschung wurde durch die wunderbare Aussicht auf die Insel wieder wettgemacht. Insgesamt waren wir 4 Stunden auf See.

     

     

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Fazit: Wer für Wasser, hohe Wellen, steile schroffe Klippen und schöne Wandertouren ist, der sollte nach Sao Miguel fliegen. Der Tourismus ist noch nicht so stark ausgeprägt wie auf dem Festland, aber das sehe ich als großen Vorteil an. Die Straßen sind in gutem Zustand (Dank an die EU) und alles ist relativ schnell erreichbar. Das Angebot an Restaurants ist deutlich geringer als auf dem Festland in Portugal. Für mich als leidenschaftlicher Fischesser war das Angebot enttäuschend. Damit habe ich auf einer Hochseeinsel nicht gerechnet. Aber ich bin trotzdem satt geworden, obwohl ich nur Fisch gegessen habe.

Die Preise sind im Verhältnis zum Festland deutlich geringer. Ein Abendessen mit Fisch und Wein  war schon für 12-15 € zu bekommen. Ein 0,33 l Bier kostete am Strand 1,30 €. Ein Kaffee ca. 0,80 €. Wo bekommt man noch solche Preise.

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